Über uns …
„Eigentlich will ich gar nichts in unser Fahrten-Sudelbuch schreiben, aber ich wollte auch nicht nichts schreiben, da ich befürchte, dass dies meine letzte Polen-AG-Fahrt sein wird. Es scheint ein polnisches Fieber zu sein, dass – wie auch letztes Jahr – die ganze Gruppe sich schon jetzt wieder nach diesem faszinierenden Land (+Leute) sehnt. Schöne Grüße von Michi & mir!“
Dieser Eintrag aus dem Jahr 1998 ist symptomatisch für das Gefühl eines „polnischen Fiebers“, von dem nahezu alle Fahrtteilnehmer/-innen unserer seit 1993/1994 zahlreiche durchgeführten Polenfahrten ergriffen zu sein schienen, sodass zahlreiche Teilnehmer/-innen zum wiederholten Male an diesem Projekt teilnahmen und bereits der neuen Fahrt nach Polen und dem neuen Projekt entgegenfieberten.
Diese Website versucht daher ein wenig diesem „polnischen Fieber“ nachzuspüren, das uns alle, sowohl Lehrkräfte als auch Schüler/-innen, seit den ersten Kontakten des Jahres 1993 gleichsam „infiziert“ hatte.
Es ist daher zugleich ein kleiner Versuch, den großen Bogen von den ersten Anfängen der „Arbeitsgemeinschaft Polen“ am Gymnasium Ulricianum Aurich hin zu den späteren Aktivitäten im Rahmen des Schüleraustauschs mit unserer polnischen Partnerschule, dem XIII. Liceum Wrocław, und den europäischen Comenius-Projekten 1996 – 2001 zu schlagen.
Und es ist zugleich der Versuch, die Kontinuität dieser Kontakte in Form der zahlreichen bilateralen und multilateralen Austauschprojekte zu dokumentieren, die nach dem Wechsel von Michael Timpe an die Europaschule Gymnasium Westerstede erfolgreich durchgeführt wurden und deren größter Erfolg sicherlich die Verleihung des Niedersächsischen Schülerfriedenspreises 2010 darstellen sollte.
Beginnen wir also mit unserem Ursprungsprojekt, dem Projekt „Jüdische Friedhöfe in Wrocław“, das im Jahr 1993/1994 erstmals durchgeführt wurde …
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Wie alles begann …
Unsere Ziele …
Vergangenheit verstehen, Gegenwart gestalten, Verantwortung für die Zukunft übernehmen
Durch den Mauerfall 1989 waren in Europa gravierende Veränderungen zu verzeichnen, der Bedarf und das Bedürfnis der Menschen nach Verständigung und Entdeckung der bisher hinter dem ehemaligen „Eisernen Vorhang“ gelegenen Länder und Regionen stieg enorm.
Aus Sicht der beiden Gründungsmitglieder der späteren „Arbeitsgemeinschaft Polen“, João Anjos dos Neves und Michael Timpe, konnten gerade der schulische Geschichts- und Deutschunterricht Beiträge dazu liefern, sich mit andersartigen Einstellungen, Wahrnehmungsstrukturen und Verhaltensmustern auseinanderzusetzen, die aus anderen nationalen Traditionen und anderskultureller Sozialisation herrührten.
Lehrerfortbildungen und mehrfache Studienfahrten nach Polen während der Jahre 1993-1995 beinhalteten u.a. den Besuch des Alten Jüdischen Friedhofs in Breslau (Wroclaw), der sich zu dem damaligen Zeitpunkt in einem stark restaurierungs-bedürftigen Zustand befand.
Gespräche mit dem zuständigen Kurator Maciej Lagiewski, Herrn Dempwolff als Leiter der Landeszentrale für Politische Bildung Niedersachsen und Herrn Ballof als Vorsitzenden des Geschichtslehrerverbandes führten schließlich zru Entwicklung der Idee, zusammen mit den von uns unterrichteten Schülern selbst einen Beitrag zur Wiederherstellung des Friedhofs zu liefern.
Im Laufe des zweiten Schulhalbjahres 1993/94 verdichtete sich schließlich diese Überlegung dahingehend, nicht nur theoretisch über dieses Thema zu arbeiten, sondern es vielmehr zu einem praxisorientierten Projektthema „Der Jüdische Friedhof in Wroclaw/Breslau“ auszubauen. Kernidee dieses Projekts sollte dabei sein, das Projekt nicht in der Schule, sondern im Zielland „Polen“ selbst durchzuführen.
Anfang 1995 führten diese Aktivitäten schließlich dazu, dass sich eine schulische „Arbeitsgemeinschaft Polen“ gründete, die sich in den folgenden Jahren auf der Grundlage des Deutsch-Polnischen Begegnungsrahmens schließlich zu einem Initialprojekt für die Weiterentwicklung einer intensiven deutsch-polnischen Zusammenarbeit auch im Bereich schulischer Projektaustausch mit dem XIII. Liceum Wroclaw und seit 1996 auch zu einer europäischen Kooperation in Form des damaligen Comenius-Projekts mit Projektpartnerschulen in Norwegen, Großbritannien und Polen entwickelte.
Gedenken, Erinnern, Informieren
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Vermittlung von Wissen über die deutsch-polnische Geschichte, insbesondere Wissen über die Situation und Folgen der Eroberung und Aufteilung Polens im Jahre 1939
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Vermittlung von Wissen über die Auswirkungen der Terrorherrschaft des Nationalsozialismus, seine Herrschaftsbedingungen, seine kulturellen Zerstörungen in Deutschland und Polen
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Vermittlung von Wissen über und Auseinandersetzung mit der Jüdischen Kultur und Geschichte am Beispiel Breslaus, des heutigen Wroclaw
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Vermittlung von Wissen über die Ursachen des Antisemitismus, das Judentum als Opfer von Erniedrigungen und brutaler Gewalt; Förderung des Gedenkens an Opfer des Holocaust, insbesondere in Polen
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Gedenken – Erinnern – Informieren: Erinnerungsarbeit an historischen Lernorten (u.a. Alter und Neuer Jüdischer Friedhof Wroclaw; Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und Groß-Rosen)
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Durchführung von Zeitzeugeninterviews und Kennenlernen der Arbeit von Bildungsstätten wie der IJBS Auschwitz, der IJBS Krzyzowa-Kreisau, der Geschichte der Familie Moltke und der Widerstandsgruppe des „Kreisauer Kreises“
Im Rahmen der für die Zukunft angestrebten Zusammenarbeit mit einer polnischen Partnerschule (bilaterale Projekte) und oder multilateraler Schüleraustauschprojekte auf europäischer Ebene im Rahmen des Comeniusprojekts sind als weitere Ziele zu nennen:
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Stärkung interkultureller Kompetenzen und auch sprachlicher Fähigkeiten, Vermittlung weiterer Bildungsinhalte zur Geschichte, Landeskunde, Kultur, Literatur
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Förderung gegenseitigen Verständnisses durch Kennenlernen und Wertschätzung kultureller Vielfalt/Andersartigkeit im Hinblick auf ein friedliches Miteinander über Ländergrenzen hinweg.
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Förderung von Toleranzdenken, Demokratiebewusstsein und Menschenrechten
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Wertevermittlung: Achtung kultureller Unterschiede , Förderung von Toleranzdenken, Stärkung von Demokratiebewusstsein und Einsatz für die Wahrung von Menschenrechten
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Motivation von Schülerinnen und Schülern zur aktiven Mitgestaltung ihrer europäischen Zukunft in einer demokratischen Gesellschaft.

Unsere Fähigkeiten …
Wir haben uns natürlich im Vorfeld intensiv befragt, über welche Fähigkeiten wir letztlich verfügen, um ein solches Projekt durchzuführen, für das es an unserer Schule keine Vorbilder gab.
Insgesamt gesehen hielten wir es für wichtig, über möglichst verschiedene Arten von Fähigkeiten zu verfügen, wie z.B. kognitive, kreative, kommunikative und soziale Fähigkeiten. Insbesondere die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten schienen uns entscheidend zu sein, um einen Erfolg des angestrebten Projekts zu garantieren.
Wobei uns auch natürlich auch klar war, dass wir im Hinblick auf die Realisierung des Vorhabens trotz vorhandener Fähigkeiten immer wieder mit Rückschlägen zu rechnen hatten.
Aber hier galt vor allem der Satz Kurt Martis:
„Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“
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